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WETTBEWERB BG/BRG SILLGASSE

Auslober: Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H, (BIG)

Standort:  Innsbruck / Tirol

Nutzung: Schulbau

Projektdauer: Juli - Oktober 2015

NF: ca. 8.100 m²

PLANUNGSTEAM

  Architektur: Thomas Leist / Claudia Schneider / Patrick Bayer / Maria Schuchter

  Haustechnik: Moser & Partner, Absam

  Modellbau: Steck Modellarchitektur, Innsbruck

     www.architekturwettbewerb.at

Städtebau

Der L-förmige Baukörper des bestehenden Gebäudes wird auch für diesen Entwurf gewählt, um den innerstädtischen Blockrand zu schließen. Das Erdgeschoss wird im Norden ein wenig zurückgesetzt, um einen großzügigen Eingangsbereich und Schulhof anbieten zu können. Die straßenseitige Positionierung der Bibliothek schirmt den Eingangsbereich gegen Verkehrslärm ab, und sichert so eine stressfreie Aufenthaltsqualität. Es wird angestrebt, dass der Großteil der Benützer das Gelände über die Paul-Hofhaimer-Gasse begehen, aber auch für die Schüler des AGI sowie für Ankommende aus dem nördlichen Bereich der Sillgasse präsentiert sich ein klarer Eingangsbereich.

Es wurde weiters versucht, das Gebäude aus Rücksicht auf die Lichtverhältnisse in der Sillgasse sowie zu den Nachbarn nicht zu hoch ausfallen zu lassen. Im Vergleich zum Bestand gelingt es, auch durch die gewählte Dachform, die Gebäudehöhe teilweise bis zu einem Geschoss zu verringern.  

 

Architektur

Das Erdgeschoss mit seiner transparenten Fassade soll Offenheit ausstrahlen sowie eine optische und funktionale Verschmelzung mit dem Schulhof ermöglichen. Südseitig zeigt sich die Fassade im Anschluss zum Konservatorium ebenfalls offen und transparent bis ins vierte Obergeschoss, um die durch die Nähe zum Nachbargebäude entstehenden eingeschränkten Belichtungsmöglichkeiten zu kompensieren.

Dem gegenüber besteht der Rest der Gebäudefassade aus einer geschlossenen Metallfassade mit großen Fensteröffnungen für die Klassenzimmer. Unterbrochen wird diese Fassade durch Glaserker, die die offenen Lernzonen und Pausenräume aufwerten und eine Verbindung mit der Umgebung schaffen. Die Reflektion der Metalloberfläche soll eine Verbesserung der Lichtsituation im engen Straßenbereich sowie im Schulhof bewirken.

Das Zentrum der Schule bildet ein langgestreckter Lichthof, welcher über die gläserne Südfassade und große Dachverglasungen belichtet wird und durch breite, teils hintereinander gereihte Treppenläufe und Laubengänge erschlossen wird und den Clustern mit ihren Lernbrücken eine besondere Autonomie eingesteht.

Die großzügige Dachterrasse, die öffenbaren Erker und die Terrasse im Innenhof des OG1, sowie das gesamte EG und die Gestaltung der außenliegenden Höfe geben den Schülern Freiraum, sich zu entfalten. Hinzu kommt noch die offene Innenraumgestaltung, welche ebenfalls einen Raum der Kommunikation untereinander darstellt. Um den Klassen im Anschluss an diese Erschließungszone aber auch ein notwendiges Maß an Ruhe und Schutz zu gewährleisten, wird vorgeschlagen, dass die Glasflächen in Zusammenarbeit der Schüler mit einem lokalen Künstler entsprechend optisch gestaltet werden. Diese Gestaltung kann in weiterer Folge jederzeit ohne größeren Aufwand neu adaptiert werden, und so auch den Schülern die Möglichkeit geben, aktiv auf ihr Umfelds einzuwirken.         

 

Funktion

Über die Paul-Hofhaimer-Gasse können Fußgänger und Radfahrer entlang einer überdachten Fläche im Norden das Schulgebäude betreten, welches unmittelbar in das offene Foyer führt. Pkw- und Moped-Lenker erreichen die überdachte Parkzone über eine barrierefreie neue Einfahrt an der Sillgasse und kommen über einen Nebeneingang zur Liftanlage und ins Foyer. Im EG befinden sich neben dem Eingangsbereich auch die Bibliothek, der Mehrzweckraum, Speiseraum mit Küche und Buffet sowie die Aufenthaltszonen für die Nachmittagsbetreuung. Diese Räume sollen bei Bedarf flexibel abtrennbar sein und auch die Möglichkeit der Öffnung in den Schulhof bieten, wo es einen Übergang von der überdachten Zone in den Freibereich gibt. Im Nahbereich der Eingänge befinden sich die Treppenanlagen, welche in die oberen Geschosse führen. Das OG1 beinhaltet die Verwaltungsräume sowie die Cluster für Zeichnen und Werken und Musik samt zugehöriger Nebenräume und Flächen für neue Lernformen. Im zweiten und dritten Obergeschoss befinden sich sämtliche Stammklassen, die in Cluster von vier bis fünf Klassen gegliedert sind, und zwischen den Lufträumen mit Lernbrücken mit einem großzügigen Bereich für offenes Lernen ausgestattet sind. Die Unterrichtsräume für Naturwissenschaften und EDV befinden sich im OG4, wo außerdem noch ein Dachgarten zur Entspannung einlädt bzw. auch für Unterrichtszwecke genutzt werden kann. In den Untergeschossen befinden sich die Turnhallen, der Bewegungsraum und alle zugehörigen Garderobenräume sowie Nebenräume für Technik, Lager, u. dgl. Vom Niveau des UG1 aus sind beide Turnhallen über Tribünen einsichtig.

 

 

 

Baukonstruktion

Als Konstruktionsweise wurde eine teilweise in Stützen, Wandscheiben und Flachdecken aufgelöste Stahlbetonkonstruktion vorgesehen. Die Innenräume werden mit Leichtbauelementen, Verglasungen und Möbeln hergestellt. Dadurch ist auch in Zukunft eine mögliche Umstrukturierung des Raumprogramms gewährleistet.

Als Dach über dem OG4 wurde ein flachgeneigtes Warmdach mit Blecheindeckung als optische Fortsetzung der Metallfassade geplant. Der Terrassenbereich des obersten Geschosses wird als Umkehrdach mit Terrassenbelag bzw. Gründach vorgesehen.

Die Fassade im Osten, Norden und  Nordwesten soll ab dem OG1 als hinterlüftete Metallfassade ausgeführt werden. Die Fensterkonstruktion wurde mit einer Drei-Scheiben-Isolierverglasung geplant. Die Fassaden im Süden, Westen und Südwesten werden als Pfosten-Riegel-Fassade ausgeführt, die in Stärke der Deckenpakete mit außenliegenden Sonnenschutzkästen horizontal gegliedert werden. Die Glaserker sowie die EG-Fassade werden als SG-Fassade geplant um hier eine möglichst große Transparenz zu erreichen. Die raumhohen Fensterbänder der Erker sind Faltelemente und verwandeln die geschlossenen Glaskörper auf Wunsch in offene Balkone.

 

Gebäudetechnik

Energieeffizienz – Erneuerbare Energie – Wirtschaftlichkeit / Komfort: diese Punkte werden dem Gebäudetechnikkonzept zugrunde gelegt.

 

Heizungstechnik:

Die Wärmeversorgung ist über eine Wärmepumpenanlage mit Wärmequelle Erde (Erdsondenfeld) sowie in Redundanz mit Luft geplant. Eine Grundwassernutzung wird vorab aufgrund bestehender Wasserrechte ausgeschlossen.

Wärme-/Kälteverteilung: erfolgt über ein Niedertemperatursystem als Flächenheizung, welche zusätzlich bei Bedarf auf für die Kühlung verwendet werden kann.

Hauptmerkmale Energieeffizienz / Wirtschaftlichkeit:

  • Energieoptimierter Betrieb in Verbindung mit der Regelungsanlage durch Erfassung der inneren Lasten über Raumtemperaturfühler und Raumluftqualität.

  • Bedarfsangepasster Betrieb durch frequenzgeregelter Umwälzpumpen der Energieeffizienzklasse A im gesamten Heizungsnetz.

  • Nutzung von natürlichen Ressourcen

  • Einfache Bedienung und Wartung der Heizungsanlage, durch Installation von bekannten und bewährten Anlagenteilen

  • Platzsparende und einfache Installation der Wärmeerzeugung und Abgabesysteme

  • Kostengünstige Wartung der Anlagenteile

  • Schaffung eines behaglichen und hygienisch hochwertigen Raumklimas

  • Günstige Investitionskosten

 

Lüftungstechnik:

Das gesamte geplante neue Gebäude wird mechanisch be- und entlüftet.

Eine Befeuchtung erfolgt in der kalten Jahreszeit.

Die Lüftungsanlagen in den Sporthallen werden mit einer Umluftklappe ausgestattet, die je nach Raumluftqualität den zugeführten Außenluftanteil reguliert.

Hauptmerkmale der geplanten Lüftungstechnik:

  • Ausführung von zentralen Zu- und Abluftanlagen. Es wird der Energieinhalt der gesamten Abluft im Gebäude durch die Wärmerückgewinnung in den Lüftungsgeräten genutzt; Energiekostenersparnis.

  • Lüftungsanlagen mit Doppelkreuzstromtauscher zur Wärmerückgewinnung. Trockene Rückwärmezahlen von über über 75% (feucht von >80%) werden erzielt; Energiekostenersparnis in der Heizung im Vergleich mit Standard-WRG-Systemen

  • Sämtliche Zu- und Abluftventilatoren werden mit einem Direktläuferventilator und Frequenzregelung ausgestattet. Betriebs- und Wartungskostenersparnis.

  • Gehäuseausführung der zentralen Zu- und Abluftanlagen in Energieeffizienzklasse A+. Geringste Energieverluste und sehr gute Gehäusedämmung.

  • Schaffung eines behaglichen Raumklimas über die gesamte Jahreszeit durch Ausführung einer Befeuchtung

 

Elektrotechnik:

Effiziente Beleuchtung meint nicht nur energiesparende Lampen, sondern ist eine Gesamtlösung, die folgende Aspekte umfasst:

  • Leuchtmittel mit möglichst hoher Lichtausbeute (Im/W): z.B. LED

  • Leuchtmittel von warm weiß bis tageslicht weiß angepasst an die Tätigkeit

  • Lange Lebensdauer der Lampen

  • Optimale Leuchtenreflektoren

  • Steuerung: wenn möglich tageslichtabhängige Steuerung (Lichtsensoren, Tageslichtlenkung); Bewegungsmelder für wenig frequentierte Bereiche; ev. Zentrale Lichtsteuerung durch Einbindung in die Gebäudeleittechnik

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